Modellrechnung: Pflege zu Hause kann zehntausende Euro günstiger sein als ein Pflegeheimplatz

Aroundhome vergleicht die Kosten für einen Pflegeheimplatz mit barrierefreien Umbaumaßnahmen und ambulanter Pflege im Eigenheim. Eigenanteil für 25 Monate im Pflegeheim liegt je nach Bundesland bei rund 68.000 bis 89.000 Euro. Umfassender altersgerechter Umbau und intensive ambulante Pflege kosten im Beispiel rund 45.400 Euro.

Berlin, 28. September 2026 – Die Zukunft der Pflegefinanzierung wird derzeit intensiv diskutiert. Mit dem geplanten Pflegeneuordnungsgesetz sollen unter anderem die Voraussetzungen für die Einstufung in einen Pflegegrad angepasst und die Leistungen stärker auf Prävention ausgerichtet werden. Viele Hauseigentümer:innen stellen sich vor diesem Hintergrund die Frage, wie sie frühzeitig vorsorgen können, um auch im Alter möglichst lange selbstbestimmt im eigenen Zuhause zu leben.

Der Wunsch danach ist groß: Laut einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse möchten 93 Prozent der Befragten auch bei Pflegebedürftigkeit weiter in ihrem Haus oder ihrer Wohnung leben. Insbesondere mit zunehmendem Alter können dafür allerdings verschiedene Umbaumaßnahmen für die Barrierefreiheit unerlässlich werden. Aroundhome, die unabhängige Vermittlungsplattform von Fachfirmen für Hausprojekte (www.aroundhome.de), hat die durchschnittlichen Eigenanteile für einen Pflegeheimplatz den Kosten für barrierefreie Umbaumaßnahmen und häusliche Pflege in drei beispielhaften Szenarien gegenübergestellt. Folgende modellhafte Kalkulationen für verschiedene Fallbeispiele wurden dafür berechnet:

  • Szenario I: grundlegende Umbaumaßnahmen, Pflegegrad 2, reine Angehörigenpflege
  • Szenario II: erweiterte Umbaumaßnahmen, Pflegegrad 3, ambulante Pflege (mehrfach wöchentlich Hilfe bei Körperpflege und Toilettengängen, tägliche Zubereitung einer Mahlzeit, wöchentliche Reinigung von Wohnung und Wäsche sowie wöchentlicher Einkauf)
  • Szenario III: umfassende Umbaumaßnahmen, Pflegegrad 4, intensive ambulante Pflege (tägliche Hilfe bei Körperpflege und Toilettengängen, tägliche Zubereitung einer Mahlzeit, tägliches Betten, wöchentliche Reinigung von Wohnung und Wäsche sowie wöchentlicher Einkauf)

Modellrechnung: Pflege zu Hause kann zehntausende Euro günstiger sein als ein Pflegeheimplatz

Wohnort entscheidet: Pflegeheimplatz kostet durchschnittlich fast 80.000 Euro
Laut einer Untersuchung der Caritas liegt die durchschnittliche Verweildauer in einer stationären Pflegeeinrichtung in Deutschland bei 25 Monaten. Die summierten Eigenanteile für diesen Zeitraum unterscheiden sich je nach Bundesland zum Teil erheblich. Grundlage der Berechnung ist die Übersicht des vdek zur Eigenbeteiligung unter Berücksichtigung der nach Aufenthaltsdauer gestaffelten Zuschüsse. Am höchsten fällt der Eigenanteil mit 89.081 Euro in Bremen aus, gefolgt vom Saarland (87.689 Euro) und Nordrhein-Westfalen (87.505 Euro). Mit über 20.000 Euro weniger als in Bremen können Menschen in Sachsen-Anhalt (67.990 Euro) durchschnittlich rechnen. Daneben liegen auch die Kosten in Niedersachsen (71.188 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (71.343 Euro) deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 79.613 Euro.

Umbau und häusliche Pflege in allen drei Szenarien günstiger
In allen drei berechneten Szenarien liegen die modellierten Kosten für den Umbau und die häusliche Pflege unter den durchschnittlichen Eigenanteilen für einen Pflegeheimplatz über den betrachteten Zeitraum von 25 Monaten.

Szenario I: Für grundlegende Umbaumaßnahmen in Form einer bodengleichen Dusche, rutschhemmendem Boden, Schwellenabbau an Türen, ergänzenden Handläufen, Haltegriffen, zusätzlicher Beleuchtung und Bewegungsmeldern sowie der Installation eines Hausnotrufs fallen durchschnittlich etwa 8.100 Euro an. Die monatliche Nutzungsgebühr des Hausnotrufs wird für diese Beispielrechnung mit durchschnittlich 25 Euro kalkuliert. Bei Pflegegrad 2 besteht bei reiner Angehörigenpflege ein monatlicher Anspruch auf Pflegegeld in Höhe von 347 Euro. Über den betrachteten Zeitraum von 25 Monaten summiert sich das Pflegegeld auf 8.675 Euro und liegt damit rechnerisch in etwa auf Höhe der angesetzten Kosten für die grundlegenden Umbaumaßnahmen sowie den Hausnotruf.

Disclaimer: Auch im Rahmen der häuslichen Angehörigenpflege entstehen Kosten und insbesondere ein zeitlicher Aufwand, der nicht selten hohe Ausmaße annehmen kann. Aufgrund der starken Abhängigkeit vom Einzelfall wurde hierfür keine monetäre Bewertung vorgenommen und die potenziellen Kosten sind nicht Bestandteil der Modellrechnung.

Szenario II: Im zweiten Fallbeispiel wurden die Kosten für Umbaumaßnahmen und Hausnotruf aus Szenario I sowie zusätzlich Türverbreiterungen, der Einbau einer Rampe, ein erhöhtes WC, ein unterfahrbarer Waschtisch, eine größere Bewegungsfläche im Badezimmer und weitere Handläufe kalkuliert. Mit diesen Ergänzungen entstehen durchschnittliche Umbaukosten in Höhe von 15.500 Euro. Die Kosten für die ambulanten Pflegeleistungen wurden mithilfe eines Pflegekostenrechners am Beispiel des Bundeslandes Berlin berechnet und belaufen sich auf 1.929,17 Euro im Monat. Über Pflegesachleistungen können im Pflegegrad 3 monatlich bis zu 1.497 Euro geltend gemacht werden, sodass ein monatlicher Eigenanteil von 432,17 Euro verbleibt. Aufsummiert für 25 Monate ergeben sich inklusive Umbaumaßnahmen Gesamtkosten von 26.929,25 Euro.

Szenario III: Für das Fallbeispiel eines umfassenden Umbaus wurden zusätzlich zu den Maßnahmen in den anderen Szenarien die Kosten für einen Treppenlift, einen vollständigen Badezimmerumbau, Smart-Home-Funktionen, einen elektrischen Türöffner sowie weitere Türanpassungen berechnet. Die Umbaukosten steigen damit auf durchschnittlich 26.050 Euro. Die Kosten für die ambulanten Pflegemaßnahmen erhöhen sich durch den erweiterten Umfang in diesem Beispiel auf 2.608,25 Euro monatlich. Abzüglich des höchstmöglichen Betrags für Pflegesachleistungen von 1.859 Euro beim Pflegegrad 4 bleibt ein Eigenanteil von 749,25 Euro im Monat. Über 25 Monate und mit Umbaumaßnahmen sowie Hausnotruf ergeben sich Gesamtkosten von 45.406,25 Euro. Der Wert liegt damit mehr als 34.000 Euro unter den durchschnittlichen Pflegeheimkosten.

Für barrierefreie Umbaumaßnahmen im Eigenheim können außerdem diverse Zuschüsse, etwa für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen durch die Pflegekassen, beantragt werden. Daneben gibt es unter anderem den Investitionszuschuss Nr. 455-B der KfW. Dieser ist für das Jahr 2026 allerdings bereits aufgebraucht und nur laufende Anträge werden weiterhin bearbeitet.

„Beim altersgerechten Wohnen gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Wer Barrierefreiheit schon bei anstehenden Modernisierungen mitdenkt, kann Investitionen langfristig planen und schafft frühzeitig die Voraussetzungen, auch im Alter im vertrauten Zuhause zu bleiben”, sagt Caroline Genschmer, Expertin für barrierefreies Wohnen und Immobilienverkauf bei Aroundhome. „Denn steigt der Pflegebedarf plötzlich, müssen Entscheidungen oft unter Zeitdruck getroffen werden. Passende Pflegeplätze im gewünschten Umfeld sind dabei limitiert und nicht immer kurzfristig verfügbar. Unsere Modellrechnung zeigt, dass sich frühzeitige Vorsorge auch finanziell auszahlen kann.“ 

Alle Ergebnisse der Untersuchung finden Sie unter folgendem Link:

https://www.aroundhome.de/altersgerechtes-wohnen/studien/pflegeheim-vs-pflege-zu-hause/?contentful_preview=SpRlIdCXt6qXMC2aVEdb

Über die Untersuchung
Für die Untersuchung wurden die durchschnittlichen, von Pflegebedürftigen zu tragenden Eigenanteile für einen Aufenthalt von 25 Monaten in einer stationären Pflegeeinrichtung auf Grundlage der Angaben des vdek berechnet. Die Kosten für die verschiedenen barrierefreien Umbaumaßnahmen wurden modellhaft kalkuliert. Dafür wurde pro Maßnahme der Mittelwert aus dem jeweils angesetzten niedrigsten und höchsten Preis gebildet. Zuschüsse, Kredite und sonstige Förderungen für barrierefreie Umbauten wurden aufgrund regionaler und einzelfallabhängiger Unterschiede nicht in die Modellrechnung einbezogen.

Die zugrunde gelegten ambulanten Pflegeleistungen orientieren sich an Beispielen des Deutschen Pflegerings. Die monatlichen Kosten wurden auf dieser Grundlage mithilfe des Pflegekostenrechners der compass private pflegeberatung exemplarisch für das Bundesland Berlin berechnet. Der Entlastungsbetrag der Pflegeversicherung von monatlich 131 Euro wurde aufgrund seiner Zweckbindung und der vom Einzelfall abhängigen Nutzung nicht berücksichtigt.

Die Szenarien stellen modellhafte Kostenbeispiele dar. Tatsächliche Kosten können je nach Wohnsituation, Pflegebedarf, regionalen Preisen und individuell in Anspruch genommenen Leistungen abweichen. Die betrachteten Leistungen der häuslichen und stationären Pflege sind nicht vollständig gleichwertig; die Berechnung stellt daher keinen direkten Vergleich identischer Versorgungsleistungen dar.

Über Aroundhome:
Aroundhome ist eine unabhängige Plattform, die Hauseigentümer:innen dabei hilft, die passenden Fachfirmen für ihre Hausprojekte zu finden. Von neuen Fenstern bis zur Solaranlage, von der Küche bis zum Treppenlift. Mit unserem Team von 250 Mitarbeitenden, umfassenden Informationen und einer bedürfnisorientierten Beratung helfen wir täglich tausenden Hauseigentümer:innen dabei, die passende Fachfirma zu finden und ihr Hausprojekt erfolgreich umzusetzen. So unterstützen wir sie auf dem Weg, ihre Immobilie in ein modernes, zukunftssicheres Zuhause mit nachhaltigem Wert zu verwandeln.

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