Kosten in Pflegeheimen steigen – was ist mit der Pflege zuhause?

Seit Jahren steigen die Eigenanteile in Pflegeheimen – vielerorts in schwindelerregende Höhen. Kaum eine politische Debatte kommt noch ohne das Thema aus. Doch während die Kostenexplosion in der stationären Pflege regelmäßig Schlagzeilen macht, bleibt eine andere Realität im Hintergrund: die finanzielle Belastung in der häuslichen Pflege.

Ein Arbeitspapier von Notburga Ott mit dem Titel „Pflegegrade, Leistungsansprüche, Eigenanteile – wie gerecht ist die Soziale Pflegeversicherung?“ zeigt, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu Hause oft stärker belastet sind als im Heim – wenn man die tatsächlichen Aufwände ehrlich bilanziert.

Denn zur häuslichen Pflege gehören nicht nur Pflegedienstrechnungen. Es sind auch die Stunden – oft ungezählte, unbezahlte Stunden – von Partnern, Töchtern, Söhnen oder Nachbarn. Rechnet man diese Care-Arbeit mit ein, entstehen monatliche Belastungen von über 2.000 Euro, in Extremfällen sogar von mehr als 7.000 Euro. Beträge, die deutlich über vielen Heim-Eigenanteilen liegen.

Man muss sich dabei vor Augen führen, dass viele Arbeiten, die Pflegende Angehörige alleine zuhause machen, im Heim von Personal in Form von vielen verschiedenen Personen erledigt wird. Beispiel Kochen: Hier gibt es hauptberufliche Köche und Küchenpersonal. Beispiel Putzen und Hygiene: Das erledigt extra Personal. Viele organisatorische Dinge wie Arztbesuche, Behördliches etc. erledigen andere Personen oder Betreuer.

Pflegende Angehörige müssen plötzlich Experten in allen Belangen sein und dazu abwägen, welche Aufgabe gerade dringender ist. Die monatlichen Pflegeentlastungsbeiträge sind ein nur ein Witz angesichts des Zeitaufwandes, der für Haushalt und co. im ganz normalen Alltag aufgebracht werden muss.

Detailreiche Darstellung Zukunft der Pflege

Keine Datengrundlage für Pflege zuhause

Das Problem: Während stationäre Kosten statistisch erfasst und politisch zumindest teilweise ausgeglichen werden, fehlt für die häusliche Pflege eine belastbare Datengrundlage. Leistungen werden festgesetzt, ohne dass systematisch erhoben wird, was Angehörige tatsächlich leisten – finanziell wie zeitlich. Die unbezahlte Pflegearbeit bleibt weitgehend unsichtbar. Und was unsichtbar ist, fließt nicht in Reformen ein.

Gleichzeitig steigen die Eigenanteile in Pflegeheimen weiter. Für viele Familien sind sie kaum noch tragbar. Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie sieht die Pflege der Zukunft aus?

Pflege in Zukunft ohne Heime?

Werden klassische Pflegeheime langfristig an Bedeutung verlieren, weil sie für viele schlicht unbezahlbar werden? Entstehen stattdessen neue Wohnformen – ambulant betreute Wohngemeinschaften, Quartiersmodelle, generationenübergreifende Konzepte oder stärker professionalisierte Pflege im eigenen Zuhause? Vielleicht verlagert sich das System noch deutlicher in den häuslichen Bereich – allerdings ohne dass die strukturellen Ungleichgewichte behoben sind.

Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe arbeitet derzeit an einer Reform der Pflegeversicherung, die 2027 in Kraft treten soll. Doch schon jetzt zeichnet sich ab: Ohne eine ehrliche Neubewertung der Angehörigenpflege droht die bestehende Schieflage fortgeschrieben zu werden.

Pflegende Angehörige tragen den größten Teil der Versorgung in Deutschland. Sie sichern das System – oft unter enormem persönlichem, beruflichem und finanziellen Druck. Wenn wir über Eigenanteile sprechen, müssen wir deshalb mehr betrachten als nur Heimplätze. Wir müssen fragen, was Pflege wirklich kostet. Und wem wir diese Kosten zumuten.

Die zentrale Frage lautet nicht nur: Wie teuer wird das Heim?
Sondern: Wie gerecht ist ein System, das unbezahlte Fürsorge stillschweigend voraussetzt?

Die Fakultät für Sozialwissenschaft Bochum unter Prof. Dr. Notburga Ott (em), Lehrstuhl für Sozialpolitik und Institutionenökonomik, hat ein Arbeitspapier zum Thema „Wie gerecht ist die Sozial Pflegeversicherung herausgebracht.“

 

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