Kopf zurück beim Trinken? Warum dieser Reflex für Senioren gefährlich ist (und wie es richtig geht)
Warum „Kopf nach hinten“ gefährlich ist
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Öffnet sich die Luftröhre: Die Atemwege werden weit aufgerissen und ungeschützt offengelegt.
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Verliert der Kehldeckel seine Schutzfunktion: Er kann die Luftröhre nicht mehr vollständig abdichten.
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Fließt Flüssigkeit ungebremst: Wasser oder Tee schießen durch die Schwerkraft nach hinten, bevor der Schluckreflex überhaupt ausgelöst wird.
Die goldene Regel: Kopf nach vorne (Der „Chin-Tuck“-Trick)
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Aufrechte Sitzposition: Die pflegebedürftige Person sitzt möglichst aufrecht (90-Grad-Winkel), der Rücken ist gestützt, beide Füße stehen flach auf dem Boden oder einer Fußstütze.
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Kopf leicht senken: Vor dem Schlucken wird das Kinn sanft in Richtung Brustbein genneigt – der Blick geht leicht nach unten.
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Schlucken: In dieser Haltung wird geschluckt.
Praktische Sofort-Tipps für den Pflegealltag
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Die passenden Gefäße wählen: Nutzen Sie keine normalen Tassen oder Gläser, bei denen man den Kopf nach hinten legen muss, um den letzten Schluck zu trinken. Vermeiden Sie auch Schnabelbecher mit langer Tülle, da diese oft zu einem unkontrollierten Flüssigkeitsschwall führen. Besser sind Becher mit Nasenausschnitt (sog. Nasenausschnittbecher) – diese erlauben das Trinken mit gesenktem Kopf, ohne dass die Nase an den Becherrand stößt.
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Keine Hektik und Ablenkung: Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung. Fernseher oder Radio sollten ausgeschaltet sein. Sprechen Sie nicht mit der Person, während sie Flüssigkeit im Mund hat.
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Dickflüssiges ist leichter zu kontrollieren: Dünne Flüssigkeiten wie Wasser, Kaffee oder klarer Apfelsaft fließen extrem schnell. Wenn das Verschlucken gehäuft auftritt, können spezielle Andickungsmittel aus der Apotheke oder dem Sanitätshaus helfen. Sie verändern den Geschmack nicht, sorgen aber dafür, dass die Flüssigkeit langsamer gleitet und der Schluckreflex rechtzeitig einsetzt.
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Nach dem Trinken aufrecht bleiben: Lassen Sie die Pflegeperson nach dem Essen oder Trinken noch mindestens 15 bis 20 Minuten aufrecht sitzen, damit nichts zurückfließt.
Tipp: Je mehr die Schluckstörung fortschreitet umso weniger wollen die Betroffenen essen oder trinken. Man muss regelrecht erfinderisch sein. Gute Erfahrungen haben wir mit Kefir und Milch gemixt gemacht sowie mit Trinkmahlzeiten wie von Justfood, diese sind nicht nur sehr nahrhaft und eiweissreich, was sehr gut für Senioren ist, sondern sie haben eine cremige Konsistenz und sind recht aromatisch.
Viele Senioren trinken gerne so eine Mahlzeit, sie kann ebenfalls mit Kefir oder Milch gemixt werden, je nachdem welche Konsistenz am besten ist und ob man sie noch strecken will. Es gibt natürlich die Trinknahrung von Fresubin. Damit kommen aber nicht alle Betroffenen gut klar. Die Trinkmahlzeiten aus dem Supermarkt sind eine interessante Alternative und werden durch die Geschmacksrichtungen wie Vanille, Banane, Kaffee wie ein Dessert angenommen.
Der Weg zur Diagnose: Wie geht es weiter?
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Hausarzt oder Neurologe kontaktieren: Schildern Sie die Beobachtungen (häufiges Husten, räuspern, feuchte/belegte Stimme nach dem Trinken).
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Heilmittelverordnung (Rezept) ausstellen lassen: Der Arzt kann eine Verordnung für Logopädie bzw. Sprach-/Sprechtherapie mit dem Indikationsschlüssel für Schluckstörungen ausstellen.
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Auf Wartelisten setzen lassen: Mieten Sie bei Logopädie-Praxen nicht nur Termine an, sondern fragen Sie gezielt nach Therapeutinnen und Therapeuten mit der Zusatzqualifikation Dysphagietherapie.
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HNO- oder Phoniater-Konsil: Gegebenenfalls kann eine Kehlkopfuntersuchung (z. B. eine Endoskopie beim Schlucken, FETS) Aufschluss über die genaue Ursache geben.



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